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«Ich kann Ihre Enttäuschung nachvollziehen!»

Statement des EVZ CEO Patrick Lengwiler.

Liebe EVZ Familie

 

Mit dem 0:4 gegen Davos sind wir das erste Mal seit sieben Jahren im Playoff-Viertelfinal ausgeschieden. Seit 2018 sind wir das erste Mal nicht mehr unter den Top 4 von 14 Teams dabei. Ich kann Ihre Enttäuschung und die kritischen Fragen im Umfeld nachvollziehen. Wenn Sie enttäuscht sind, so lassen Sie mich eines sagen: Ich bin es noch viel mehr!

 

Über das Ausscheiden in den Viertelfinals bin ich enttäuscht, per se jedoch nicht überrascht. Warum? Zuallererst spielten zwei Teams gegeneinander, welche nach 52 Runden nur durch zwei Punkte getrennt waren. Es konnte eine enge Serie erwartet werden, welche auf beide Seiten kippen kann. Überrascht war ich vor allem nicht, weil unsere ganze Saison durchzogen lief. Wir haben nur sehr selten überzeugt oder unser Potenzial ausgespielt, zeigten keinerlei Konstanz, hatten mit vier verletzten Spielern im Durchschnitt zu viele Absenzen und kamen nie in einen Lauf hinein. Zudem hat unser Team meist sehr schlecht auf Widrigkeiten reagiert und hier zu viel Energie darauf verschwendet, anstelle sich durchzubeissen. Diesbezüglich überrascht mich unser Ausscheiden in den Playoff-Viertelfinals nicht. Ich bin sogar geneigt zu sagen, wir hätten es auch nicht verdient.

 

Was mir jedoch sehr zu denken gibt und mich sehr enttäuscht, ist die Art und Weise, wie unser Team verloren hat. Es war keine Serie von zwei Teams auf Augenhöhe. Ja, wir hatten in den ersten zwei Spielen viel zu viele verletzte Spieler. Sechs bis sieben Kaderspieler fehlten – das steckt keine auch noch so gute Mannschaft weg. Beim allerersten Spiel war der HC Davos besser, wir waren aber dran, ehe uns ein individueller Fehler das Spiel gekostet hat. Von da an wurden Davos und seine Leistungsträger von Spiel zu Spiel besser und wir wurden schlechter. Davos kann ich nur gratulieren. Das Team von Josh Holden spielte mit mehr Energie und Entschlossenheit, mit mehr Disziplin und Abschlussqualität. Es war eingespielter, schneller, überlegter und physisch stärker. Kurz: Wir waren nicht bereit, die Bündner haben verdient gewonnen!

 

Bei uns haben die verbliebenen Leistungsträger nicht geliefert. Sie haben dem Druck nicht standgehalten und im entscheidenden Moment einen Schritt rückwärts statt vorwärts getan. Das gilt für die Mannschaft als Ganzes. Das gilt für die Zuzüge, das gilt für die Spieler mit einem ausländischen Pass ebenso wie für die vielen Schweizer, welche immer wieder für die Nationalmannschaft aufgeboten werden. Was bringen die besten Voraussetzungen, wenn sie nicht genützt werden? Und Grösse hat eben nichts mit Physis und Durchsetzungsfähigkeit zu tun. Wenn die Mannschaft, die in der Qualifikation am meisten Tore geschossen hat, im Schnitt nur einen Treffer pro Playoff-Spiel zustande bringt, kann etwas nicht stimmen. Vor allem eines gibt mir sehr zu denken: Es hat mehrere Momente in der Serie gegeben, in denen sich unser Team selbst aufgegeben hat. Das ist nicht unser EVZ, nicht wie ich ihn haben will und auch kenne. 

 

Als wir das letzte Mal im Playoff-Viertelfinal ausgeschieden sind, haben wir unser Coaching-Team entlassen und die Ära von Dan Tangnes hat begonnen. Es wurde eine sehr erfolgreiche Ära mit dem Cupsieg 2019 und zwei Meistertiteln in den Jahren 2021 und 2022. Wir erreichten stets im Minimum die Halbfinals – bis letzte Woche. Als uns unser Head Coach mitten in der Regular Season um eine Vertragsauflösung per Ende Saison ersucht hat und wir es kommuniziert haben, glaubten wir, dass sich dies positiv auf den weiteren Saisonverlauf auswirken könnte. Viele Spieler hatten eine langjährige und sehr gute Beziehung zu Dan. Wir glaubten fest daran, dass sich alle für ein gutes Saisonende aufopfern werden – für sich selbst und auch für ihn. Vielleicht war hier von uns aber auch zu viel Wunschdenken oder Hoffnung dabei. Wir wollten für Dan Tangnes einen guten Abschluss. Ich für mich halte fest, dass ich die negativen Auswirkungen dieser Situation unterschätzt habe – ich habe es mir wohl anders erhofft. Unser Entscheid war für Dan Tangnes, es hat nicht den gewünschten Abschluss gebracht, weder für ihn noch für den EVZ. Ich will den Spielern nicht fehlenden Willen vorwerfen, aber sie waren nicht in der Lage, im entscheidenden Moment zu liefern. Diesen Abschied hat Dan Tangnes nicht verdient, ich habe es mir für ihn wie auch für uns anders gewünscht. Eine Entlassung mitten in der Saison hätte er jedoch noch viel weniger verdient gehabt, zudem lässt sich über den weiteren Verlauf der Saison in diesem Falle auch nur mutmassen. Dan Tangnes verlässt uns trotz des erstmaligen Ausscheidens im Playoff-Viertelfinal als Erfolgstrainer, der unseren EVZ in seiner Amtszeit wesentlich geprägt und besser gemacht hat. Er war ein charismatischer Sympathieträger unserer Organisation. Wir werden ihn in der kommenden Saison gebührend verabschieden.

 

Das 0:4 war ein hartes Verdikt, es war brutal – es widerspiegelt jedoch nicht die Arbeit in unserem EVZ. Auch wenn man im Frust und in der Enttäuschung gerne mal alle und alles durch den Fleischwolf drehen möchte, so gilt es, die richtigen und nicht die populären Massnahmen zu treffen. Wir werden das Geschehene analysieren, die Lehren daraus ziehen und die machbaren Konsequenzen umsetzen. Der Trainerwechsel kommt zum richtigen Zeitpunkt. Darüber hinaus gilt es, gemeinsam mit unserem neuen Head Coach Michael Liniger Entscheidungen zu treffen, welche uns wieder näher an die Spitze bringen – denn von dieser waren wir in diesem Jahr zu weit entfernt.

 

Bei all meinen negativen Worten bin ich mir sehr wohl der positiven Arbeit in vielen Bereichen in unserer Organisation und auch in unserer 1. Mannschaft bewusst. Wir hatten das zweitjüngste Team der Liga, weil wir uns auch für die Zukunft vorbereiten. In keinem anderen National League Team haben U20-Spieler so viel Eiszeit erhalten wie bei uns – bei weitem nicht. Diese Spieler haben ihren Part sehr gut gemacht und haben enorm viel profitiert. Das ist Teil unserer Strategie und das haben wir hervorragend umgesetzt. Es ist aber auch das erklärte Ziel, dass wir nach Erfolg streben. Es hat Jahre gegeben, in welchen wir diesen schwierigen Spagat geschafft und beides gleichzeitig erreicht haben – in diesem Jahr haben wir dies nicht geschafft.

 

Wir haben eine richtige Ohrfeige kassiert – ändern können wir dies nicht mehr. Wir können nur steuern, was wir daraus machen und wie wir zurückkommen. Wir kommen als EVZ zurück – versprochen!

Patrick Lengwiler, CEO EVZ


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